Grüne Kreuze für die Bienen

Feldkreuz amHeimerdinger Kreisverkehr, Okt. 2019

Bauer Willi‘s“ Aktion mit den grünen Kreuzen auf Feldern ist endliich auch bei uns angekommen. Der letzte Auslöser war wohl das drohende Bienen-Volksbegehren, das den Landwirten Sorge bereitet, denn damit soll der Chemieeinsatz auf ihren Feldern eingeschränkt werden.  

Die Kreuze stehen also nicht etwa für die vielen Kleintiere und Insekten, die in den vergangenen Jahrzehnten still verschwunden sind. Nein. Es geht viel um Besitzstandswahrung und Existenzängste, aber auch darum, dass sich Landwirte nicht gerne von verwöhnten, ahnungslosen Großstädtern Vorschriften machen lassen.

Kann man irgendwie verstehen, aber eine Blockadehaltung hilft auch nicht weiter. Wasser, Böden, Tiere und auch die Menschen, die dort leben, essen und arbeiten sind bedroht. Glyphosat ist sehr umstritten. Also muss man eine Lösung finden, die langfristig trägt.

Die Leute vom Volksbegehren stehen in Verhandlungen mit der Landesregierung und haben solange die Werbung für die Aktion völlig gestoppt. Den Landwirten hätte es darum gut zu Gesicht gestanden auch ihre grünen Kreuze wieder einzusammeln. Es wäre ein guter Beitrag zum sozialen Frieden und zu konstruktiven Gesprächen gewesen.

Das geschieht offenbar nicht. Schade. Aber glücklicherweise hatte ein Zeitgenosse Mitleid und am Heimerdinger Kreisel mit einer Verschönerungsaktion den Kreuzen ein freundlicheres Aussehen und nebenbei eine ganz neue Bedeutung verschafft. Sehr gelungen. Vielleicht sogar nachahmenswert. Frage ist nur: wo bekommt man die netten Schmetterlinge und Bienen her?

gleiches Feldkreuz am 3.11.2019

Rettet die Bienen

Rettet die Bienen

Vor kurzem war hier ein Aufruf zu finden, sich an der Beantragung eines Volksbegehrens zu beteiligen. Dazu waren 10000 Unterschriften nötig. 30000 sind es geworden. Mittlerweile wurde das Volksbegehren Artenschutz vom Innenministerium genehmigt. Ab 24.September hat das breite Trägerbündnis aus proBiene, den Landesverbänden von BUND, NABU, Demeter, Naturland, Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft und ÖDP sowie Slow Food Deutschland, Fridays for Future BW, der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, Bodan, Naturata, Waschbär und GLS-Bank sechs Monate Zeit, die Unterschriften von zehn Prozent der Wahlberechtigten im Land (ca. 770.000 Personen) zu sammeln. Die Unterlagen dazu veröffentlichen die Organisatoren ab 24. September auf ihreh Webseite. Ab 18. Oktober werden zudem in allen Rathäusern des Landes Eintragungslisten ausliegen.

Die Ziele sind höher gesteckt als beim Bayrischen Vorbild. Das ist gut gemeint, kann aber zum Problem werden. Sogar Biobauern und grüne Landespolitiker bemängeln, dass übers Ziel hinausgeschossen wird. In Bayern wurde der Vorschlag 1:1 vom Landtag übernommen. Das wird vermutlich bei uns nicht funktionieren. Zu viele gesetzliche Ungenauigkeiten und zu große Eingriffe ins Eigentumsrecht, ins Recht auf freie Berufsausübung, im Datenschutz und in die kommunale Flächennutzungsplanung werden ins Feld geführt. Es bleibt eine spannende Diskussion, die hoffentlich zu einem guten Kompromiss führt.