Kommunalpolitik in Zeiten von Corona – Nachtrag

Sitzungen per Videokonferenz sind mittlerweile möglich. In Rutesheim wurde dieser Weg allerdings noch nicht genutzt. Sitzungen finden zur Zeit in der Aula des Schulzentrums statt. Die persönliche Anwesenheit und der direkte Austausch sind richtig und wichtig.

Aber es wäre auch klug, die digitalen Möglichkeiten zu nutzen. Schon alleine um den Umgang damit zu erlernen und zu trainieren. Die Videositzung kann eine sehr gute Ergänzung zu den „körperlichen“ Sitzungen sein. Besser als Beschlüsse im Umlaufverfahren ist es allemal.

Keiner weiß, wie lange die Sitzungen noch unter Hygiene- und Abstandsregeln abgehalten werden müssen. So wie es aussieht, noch eine längere Zeit. Und eine erneute Verschärfung der Situation ist nicht auszuschließen.

Da wäre es gut, vorbereitet zu sein.

Die Diskussionen um die schrittweise Normalisierung des Alltages  bergen immer die Gefahr von Fehleinschätzungen und Rückschlägen. Die Situation ist für jeden unbekannt und Zeitgenossen, die mit scheinbar unwiderlegbaren Erkenntnissen daherkommen, sollte man mit Misstrauen und gesundem Menschenverstand begegnen. Ein Virus ist wie eine Naturkatastrophe. Es ist nicht gerecht und es gibt keinen geheimen Plan. Man muss als Gemeinschaft die Situation akzeptieren und lernen damit umzugehen. Die Anpassungsfähigkeit an unbekannte Herausforderungen ist eine der großen Fähigkeiten der Menschheit. Dabei hat Solidarität und Mitleid immer eine wichtigere Rolle bei der Bewältigung von Krisen gespielt als der geradezu naive Gedanke an das „Überleben der Stärkeren“.

Die Zeit nach der Zwangspause ist dazu da, darüber nachzudenken, was uns wichtig ist, was uns am meisten gefehlt hat und auch über das, was sich als schlecht und unnütz herausgestellt hat.  Schaut man auf die Resultate, manifestiert in der Reihenfolge von Lockerungen, dann kann einem mulmig werden. Es geht viel um Geld. Vielleicht zuviel?

Schön wäre eine echte gesellschaftliche Diskussion. Aber schon wieder fällt man ins alte Lagerdenken zurück und im Grunde gute und sinnvolle Demonstrationen werden von Interessengruppen entweder vereinnahmt oder verunglimpft. Das vertieft die ohnehin viel zu tiefe Spaltung. Dabei darf es nicht bleiben. Wir müssen uns gegenseitig ernst nehmen.

Das ist doch die große Lehre aus der Krise: gerade die wenig hochgeschätzten Tätigkeiten werden zu den wichtigsten, ohne die ein würdiges Leben (und Sterben) unmöglich wäre.

Auf jeden Fall ein großes Danke an alle, die mit viel Durchhaltevermögen und der nötigen Ernsthaftigkeit die Beschränkungen auf sich nehmen.

Bleiben Sie gesund!

„Wir werden die Krise überstehen und vielleicht sogar stärker, solidarischer, besser aus ihr herauskommen“

Wilfried Kretschmann

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