Willkommen auf den Seiten der GABL – Rutesheim

An morgen denken – heißt heute zu handeln

Die GABL ist die Vertretung der GRÜNEN im Rutesheimer Gemeinderat, organisiert als freie Liste ökologisch engagierter Rutesheimer Bürgerinnen und Bürger. Die Zukunft unseres Ortes , die Zukunft unserer Kinder liegt uns am Herzen.

Die obersten Ziele sind zugleich Leitfaden für das politische Handeln auf kommunaler Ebene:

-Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen

-soziale Gerechtigkeit

-zukunftsbeständige Ökonomie, die Arbeit für alle schafft.

Wald in der Klimakrise

Dem Wald in Deutschlang geht es schlecht. Grund dafür ist die Klimaerwärmung und die langjährige Trockenheit. Baden-Württemberg steht ingesamt noch vergleichweise gut da (was aber nicht wirklich beruhigen kann). Der Rutesheimer Stadtwald gehört jedoch zu den sehr stark betroffenen Gebieten. Das ist eine schlimme Entwicklung, die uns noch lange beschäftigen wird.

Ungeplanter Einschlag am Flachter Tor

Unser Ziel für die Zukunft: Ein intaktes Ökosystem Wald mit Totholz und Naturverjüngung. Sowenige menschliche Eingriffe wie nötig.

Werden und Vergehen im Rutesheimer Wald

mehr Informationen und Meinungen dazu unter GR_Aktuell.

Schlachthof Gärtringen

Das Thema Tierwohl beschäftigt nicht nur Vegetarier. Viele Menschen möchten mit einem guten Gefühl ihr Essen geniessen. Aber die Vorstellung vom gesunden Fleisch aus heimischer Haltung hat mit den schlimmen Videos über unnötige Tierquälereien in Gärtringen ein jähes Ende gefunden. Noch enttäuschender für viele, dass die Politik, insbesondere Minister Hauk, zumindest weggeschaut hat, wenn nicht sogar den Treiben Vorschub geleistet hat.

Die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag Thekla Walker berichtet über den aktuellen Stand:

„Am 13.10.2020 fand eine öffentliche Sondersitzung des Ausschusses für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz statt, in der Minister Hauk (CDU) Stellung zu den Tierschutzverstößen am Schlachthof Gärtringen genommen hat. Das erkennen wir als grüne Landtagsfraktion an. Gleichwohl blieben für uns ein Beigeschmack und offene Fragen zurück.

Minister Hauk muss sich Stand jetzt mindestens den Vorwurf gefallen lassen, lange von den Vorwürfen gewusst und wenig Ehrgeiz beim Abstellen der Missstände gezeigt zu haben. Im Gegenteil: Er ist der Schlachthofgenossenschaft entgegengekommen und hat auf Bitten des Schlachthof-Chefs Wilhelm Dengler (CDU) ein vom Landratsamt gegen den Schlachthof verordnetes Zwangsgeld von 2.000 EUR bis auf weiteres ausgesetzt. Das Zwangsgeld war angeordnet worden, weil am Schlachthof Gärtringen eine Elektrobetäubungsanlage der Firma Fuhrmann zum Einsatz kommt, bei der die gesetzlich vorgeschriebene Kopfdurchströmung von 4 Sekunden nicht eingehalten wird. Weitere Gelder bei einer weiteren Verzögerung waren bereits angedroht. Diese Form der Betäubung stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. Das Landratsamt hatte den Schlachthofbetreiber bereits vor zwei Jahren aufgefordert den Mangel an der Betäubungsanlage zu beheben. Der Schlachthof ist dieser Anweisung nicht nachgekommen.

Minister Hauk hat nun betont, dass er im März entschieden habe das Zwangsgeld auszusetzen, um auf dem Höhepunkt der ersten Pandemiewelle die weitere Versorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen. Dieses Argument ist für uns nicht stichhaltig. Die Anordnung eines Zwangsgeldes ist ein äußerst mildes Mittel, die Zahlung hätte den Forstbestand des Schlachthofes nicht bedroht. Darüber hinaus ist die Anzahl der geschlachteten Tiere am Schlachthof Gärtringen viel zu gering um den Schlachthof als systemrelevant einzustufen. Außerdem konnte der Minister nicht erklären, warum das Zwangsgeld über Frühjahr und Sommer weiterhin ausgesetzt war, als eine Minderversorgung mit Lebensmitteln nicht mehr befürchtet werden musste. Wir kritisieren zudem, dass der Minister die Chronologie der Vorkommnisse, die Anordnungen durch die Behörden und sein eigenes Eingreifen erst mit großer Verzögerung und nach starkem öffentlichen Druck transparent gemacht hat.

Neben dem schweren Mangel an der Betäubungsanlage waren vom Veterinäramt seit zwei Jahren noch eine Reihe weiterer Mängel im Schlachthof angemahnt worden, die vom Betreiber bisher nicht behoben wurden. Die besonders schweren Mängel betreffen fehlende Standardarbeitsanweisungen für Arbeitsabläufe der Schlachthofmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, eine zu steile Rampe im Zutrieb der Tiere die dazu führt, dass sich die Tiere auf dem Zutrieb zur Betäubungsanlage regelmäßig verkeilten sowie fehlende Fress- und Tränkplätze für jedes Tier.

Klar ist für uns Grüne: Jetzt darf keine Zeit mehr verloren gehen. Die Missstände im Schlachthof Gärtringen – und an den anderen Schlachthöfen im Land – müssen umgehend behoben werden. Es geht darum, Tierleid zu vermeiden – und zwar sofort. 

Wir erwarten von Minister Hauk zudem konkrete Vorschläge, wie das Kontrollsystem für die Zukunft so verbessert werden kann, dass Missstände schnell entdeckt und umgehend abgestellt werden können. Es kann nicht sein, dass schwere Missstände erst durch Tierschutzorganisationen publik werden und nicht durch staatliche Kontrollsysteme aufgedeckt werden. So war es in Gärtringen und bereits 2018 an einem Schlachthof in Tauberbischofsheim, der seitdem dauerhaft geschlossen ist.  

Der Schlachthof Gärtringen wird noch voraussichtlich bis Mitte 2021 geschlossen bleiben. So lange wird es dauern, bis alle Mängel behoben sind. Die lange Schließdauer kann aus meiner Sicht eine Chance sein um den Schlachthof zu einem Vorzeigebetrieb im Sinne des Tierschutzes zu machen. Nur so kann der Betreiber das verlorene Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger wieder zurückgewinnen. Ich finde es wichtig, dass es in der Region Böblingen einen Schlachthof gibt und begrüße diese umfassende Sanierung explizit. Regionale Schlachthöfe werden für die Vermarktung von regionalen Produkten gebraucht. Nur wenn wir über das Land verteilt Schlachthöfe haben gelingt es uns die Transportzeiten der Tiere gering zu halten, ebenfalls ein wesentlicher Faktor aus Sicht des Tierschutzes.

Als grüne Landtagsfraktion kümmern wir uns um die Weiterentwicklung der Schlachtung in Baden-Württemberg. Wir haben in der laufenden Legislatur den Bau eines Prototypen für eine mobile Schlachteinheit gefördert. Damit ist eine hofnahe Weideschlachtung möglich, die den Tieren einen Transport zum Schlachthof und die Schlachtung in der dortigen Umgebung erspart. 2019 hat diese mobile Schlachteinheit Marktreife erreicht und wird zunehmend genutzt.

Im laufenden Landeshaushalt wird außerdem eine Machbarkeitsstudie zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Schlachtvorgang finanziert, mit der Tierschutzverstöße in Echtzeit aufgedeckt und verhindert werden. Diese Schlachthof-KI stellt eine wichtige Weiterentwicklung einer reinen Videoüberwachung dar. Sie ist datenschutzkonform und anders als eine Videoüberwachung tatsächlich dazu geeignet Tierschutzverstöße zu erkennen und zu verhindern, da hier eine Vielzahl von Daten, etwa Atemfrequenzmessung, Gewichtmessung, Audiodaten etc. ausgewertet werden. Dieses Projekt hat es auf meine Initiative in den laufenden Landeshaushalt geschafft.  Die Machbarkeitsstudie wird vom Fraunhofer KIT und Elanyo Data Analytics durchgeführt. Kürzlich wurde mir ein sehr vielversprechendes Zwischenergebnis der Studie vorgestellt.

Heute wurde im Landtag der zweite Nachtragshaushalt in diesem Jahr verabschiedet. Ich konnte mich in diesem Nachtragshaushalt erfolgreich dafür einsetzen, dass im Rahmen des dort enthaltenen Paketes für Zukunftstechnologien nun Gelder für eine Fortführung der Studie im Rahmen eines Pilotprojektes an einem baden-württembergischen Schlachthof bereit gestellt werden. Dafür haben wir nun 1,5 Mio. EUR im Haushalt zur Verfügung. Es handelt sich um ein einmaliges Zukunftsprojekt, dass es so nur in Baden-Württemberg geben wird.

Unter https://www.landtag-bw.de/home/mediathek/videos/2020/20201013landwa1.html?t=0 könnt ihr euch ab sofort das Video der gestrigen Sitzung anschauen. „

Landtag aktuell: Klimaschutzgesetz und Nachtragshaushalt

Die aktuellen Beschlüsse enthalten gute und pragmatische Schritte, die unsere Lebensqualität, die Wirtschaft und den Schutz unseres Klimas unter einen Hut bringen wollen. Das ist kein einfaches Unterfangen. Die Beschlüsse werden konkrete Auswirkungen auf die kommunale Ebene haben. Unser Landtagsabgeordneter Bernd Murschel berichtet :

„gestern (14.10.2020) fassten wir in der Plenarsitzung des Landtags von Baden-Württemberg zwei wichtige Beschlüsse, über die ich Euch gerne direkt informieren möchte:

Wir haben dabei einen großen Grünen Erfolg erzielt und endlich das neue Klimaschutzgesetz verabschiedet. Und wir haben den Nachtragshaushalt beschlossen und damit wichtige Weichen für unseren Weg durch die Krise und in die Zukunft gestellt.

Die Weiterentwicklung des Klimaschutzgesetzes zu verhandeln war nicht einfach, dafür haben wir im Vorfeld lange gearbeitet, diskutiert und mit dem Koalitionspartner verhandelt. Aber es hat sich gelohnt: Es ist uns gelungen, es noch in diesem Jahr zu beschließen, damit wird es noch vor der nächsten Wahl in Kraft treten. Für uns Grüne ist das ein großer Erfolg!

Im neuen Klimaschutzgesetz gibt es eine Vielzahl an Neuerungen, ich möchte drei für mich zentrale Punkte herausgreifen:

Klimaziel 2030: Mindestens 42% Treibhausgasminderung

Ein zentraler Baustein ist die Festlegung des Klimaschutzziels für das Jahr 2030 von mindestens 42% Treibhausgasminderung gegenüber 1990. Das ist ein wichtiges Zwischenziel auf dem Weg zur weitgehenden Klimaneutralität Baden-Württembergs im Jahr 2050. Bei einer drohenden Verfehlung der Klimaschutzziele wird ein Mechanismus ausgelöst, mit dem anhand von neuen Maßnahmenvorschlägen das Ziel wieder erreichbar wird.

PV-Pflicht beim Neubau von Nichtwohngebäuden und Parkplätzen

Ab dem 01.01.2022 gilt in Baden-Württemberg eine PV-Pflicht beim Neubau von Nichtwohngebäuden. Damit sind wir bundesweit das erste Bundesland, in dem eine PV-Anlange verpflichtend beim Neubau installiert werden muss. Nichtwohngebäude sind alle gewerblich genutzten Gebäude, öffentliche Bauten, Discounter und Lebensmittelmärkte, Logistiker und große Parkplätze.

Für uns ist das der Einstieg – in der nächsten Wahlperiode wollen wir die PV-Pflicht erweitern. Die verpflichtende Einrichtung von PV auch allen Neubauten (auch Wohngebäuden) war in dieser Legislatur mit dem Koa-Partner CDU nicht erreichbar.

Kommunale Wärmeplanung

Ebenfalls neu im Klimaschutzgesetz: Baden-Württemberg wird als erstes Bundesland eine verpflichtende kommunale Wärmeplanung für alle Stadtkreise und große Kreisstädte einführen. Die 103 größten Kommunen werden verpflichtet, dafür übernimmt das Land 100% der Kosten. Für die übrigen Gemeinden bleibt das Instrument eine freiwillige Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge. Dafür stehen Förderprogramme des Landes zur Verfügung.

Wärmeplanung ist die Voraussetzung für die Umstellung von Wärmeproduktion über fossile Rohstoffe hin zu Wärme aus Erneuerbaren Energien, aus industrieller Abwärme und Umweltwärme.

Da ein großer Teil der Fernwärme in Baden-Württemberg aus Kohlekraftwerken stammt, ist dies auch ein notwendiger Schritt für den Kohleausstieg.

Etwas füge ich noch hinzu, weil ich immer wieder darauf angesprochen werde: Neben dem „Klimaschutz-Plus“-Programm für die Verbesserung der Energieeffizienz kommunaler Gebäude gibt es auch eine Neuauflage des erfolgreichen PV-Speicher-Förderprogramms für den Ausbau der Photovoltaik, mit ähnlichen Konditionen wie in der ersten Förderrunde.

Der zweite sehr wichtige Punkt war gestern der Beschluss des 2. Nachtragshaushaltes für 2020/2021.

Dieser ist enorm wichtig.

Wir nehmen nach sehr sorgfältiger Abwägung weitere 8,6 Milliarden Euro neue Schulden auf. Mit den 5 Milliarden aus dem ersten Nachtrag sind es dann insgesamt 13,6 Milliarden Euro.

Das ist viel Geld; dennoch haben wir uns sehr genau überlegt, wie wir es sorgsam und nachhaltig einsetzen werden, um zum einen den Auswirkungen der Corona-Pandemie begegnen zu können und darüber hinaus klug zukunftsorientierte Weichen für unser Land zu stellen.

Wofür brauchen wir das Geld?

Stabilitäts- und Zukunftspakt für die Kommunen

Die Kommunen müssen trotz Krise stark und handlungsfähig bleiben und – auch ganz wichtig – Planungssicherheit haben. Dafür haben wir einen kommunalen Stabilitäts- und Zukunftspakt vereinbart.

Das heißt ganz konkret, dass wir aus rund 3 Milliarden Euro Landesmitteln

•            den Städten und Gemeinden die Ausfälle bei den Gewerbesteuereinnahmen finanzieren,

•            ihnen höhere Schlüsselzuweisungen geben,

•            130 Millionen Euro zur kurzfristigen Beschaffung von digitalen Endgeräten für Schüler*innen bereitstellen,

•            den öffentlichen Gesundheitsdienst in den Landratsämtern ausbauen und

•            weitere Kapazitäten in den Kliniken finanzieren.

Maßnahmenpaket für Stabilisierung, Nachhaltigkeit und Innovationskraft

Die Corona-Krise hat einige Prozesse beschleunigt. Insbesondere der Strukturwandel der Wirtschaft hat deutlich an Tempo zugenommen. Das bedeutet, dass wir jetzt auf diese Entwicklungen mit geeigneten Maßnahmen reagieren müssen, und dafür werden wir 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

Wir haben entsprechende Maßnahmen nach zwei Kriterien ausgewählt: Trägt diese Maßnahme dazu bei, Baden-Württemberg innovationsstärker und wirtschaftlich stabiler zu machen? Und trägt diese Maßnahme dazu bei, dass unser Land morgen gesünder, nachhaltiger und CO2-neutraler ist? Am liebsten ist uns natürlich, wenn beide Kriterien erfüllt sind.

Die vier Bereiche, die wir dafür im Blick haben sind:

1. Gesundheitsstandort Baden-Württemberg: Im Bereich der Medizintechnik, der personalisierten Medizin, und auch bei den Universitätskliniken fördern wir aktiv Innovationen. Wir bauen einen Innovationscampus Medizin und Lebenswissenschaften auf. Wir verbinden hier die Spitzenforschung mit der Anwendung und höchste Innovationsfähigkeit mit der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. Gleichzeitig bauen wir die sektorenübergreifende Versorgung aus, stärken die Hochschulmedizin und unterstützen neuartige Ansätze wie etwa die personalisierte Medizin.

2. BW Invest: Das istein branchenoffenes Programm, um innovative Ideen der Wirtschaft, wie beispielweise Quantencomputing, zu fördern.

3. Transformation, Klimaschutz und Mobilität: Das sind Vorhaben, die nachhaltige Mobilität stärken, Digitalisierung grüner machen und die Ressourceneffizienz erhöhen.

4. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz: Wir wollen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz „Made in BW“ unterstützen und damit eine zukunftsfähige Weiterentwicklung in fast allen Bereichen möglich machen. Gesundheit und Pflege, Justiz, Schule, Forschung – das sind nur einige der Bereiche, die dafür in Frage kommen.

Darüber hinaus müssen wir als Land die Steuermindereinnahmen ausgleichen, damit der Haushalt ausgeglichen ist, hier rechnen wir mit ca. 4,4 Milliarden Euro; da wir nicht wissen können, was noch auf uns zu kommt, packen wir 800 Millionen zur Sicherheit in die Risikovorsorge. „

Waldkindergarten – ein alter Wunsch wird wahr.

Gedanken von Harald Brunner

Die Idee „Waldkindergarten“ oder „Naturkindergarten“ stammt aus  Skandinavien. Im Waldkindergarten erfahren Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren Erziehung, Bildung und Betreuung. Die meisten Aktivitäten finden außerhalb fester Gebäude statt, meist eben  im Wald.

Im Waldkindergarten soll ein natürlicher Bezug zur Natur hergestellt werden. Das kann geschehen durch die Förderung der Sinneswahrnehmung, die Förderung der Motorik und durch „soziales Lernen“. Kritisiert wird an diesem Konzept, dass durch die Festlegung auf die Bereiche Wald und Natur andere wichtige Themen des kindlichen Lebens nicht ausreichend berücksichtigt würden, etwa der Umgang mit Medien.

1. Entstehungsgeschichte

Waldkindergärten unterscheiden sich von herkömmlichen Kindergärten vor allem dadurch: Die Kinder halten sich nicht in Gebäuden, sondern im Freien  auf, und sie stellen ihre Spielzeuge selbst her, aus Dingen, die sie in der umgebenden Natur vorfinden.

 Ende der 70er Jahre entstand der erste Waldkindergarten in Deutschland – inspiriert von Waldkindergärten in Skandinavien. Seit den 1990er Jahren ist ihre Zahl in Deutschland stark gestiegen:  Wald-,  Wiesen- oder Naturkindergärten sind inzwischen weit verbreitet.

2. Ziel

Waldkindergärten möchten Kinder zu einem sorglichen Umgang mit der Natur hinführen. Kinder haben zudem heute viel weniger Umgang mit Natur; dieser Mangel an Erfahrung soll ausgeglichen werden, ebenso der heute häufige Mangel an Bewegung. In enger Verbundenheit mit der Natur erleben die Kinder alle Jahreszeiten; sie lernen, „ganzheitlich“ wahrzunehmen. Sie sollen Achtsamkeit auf Mensch und Natur üben.

3. Bild vom Kind

Kinder gehören nach draußen und nicht in Räume – dieser Gedanke steht hinter den Wald- und Naturkindergärten. Kinder können sich draußen besser und freier bewegen, sind weniger eingeengt, können freier lernen. Sie sind weniger Reizen ausgesetzt wie in Räumen und werden durch den Aufenthalt an der frischen Luft auch seltener krank. Deshalb bietet nach Sicht der „Waldpädagogen“ der Aufenthalt draußen nur Vorteile für die Kinder. Das selbstständige Erkunden der Welt, die unmittelbare Verbundenheit mit der Natur und das Lernen mit allen Sinnen ermöglichen eine „ganzheitliche“ Entwicklung.

4. Rolle der Fachkraft

Die Aufgabe der Fachkraft ist auch im Wald das Bilden, Erziehen und Betreuen der Kinder, allerdings unter veränderten Vorzeichen. Die zahlreichen Anregungen, die die Natur in ihrem Wandel bietet, ist Grundlage für das pädagogische Handeln. Kinder  sollen sensibilisiert werden für die Veränderungen in der Natur, sie sollen  Tier und Umwelt schätzen lernen, sie sollen sich viel bewegen können. Auf all dies muss eine gute Fachkraft hinwirken.

5. Methoden und Materialien

Wer den „Raum als dritten Erzieher“ sieht, versteht schnell, welche große Rolle das Wegfallen von geschlossenen Räumen spielt. Im Waldkindergarten sind Kinder bei jedem Wetter und das ganze Jahr über im Freien und erleben hautnah den Wandel der Jahreszeiten mit allen Veränderungen in der Natur. Fällt Schnee, gefriert das Wasser in Pfützen, dann wärmen sich die Kinder an einem kleinen Feuer und bei warmem Tee. Im Frühjahr erleben die Kinder, wie das „Leben“ in die Natur zurückkehrt. Im Herbst finden sie  Kastanien, Bucheckern und andere Waldfrüchte. Und rund ums Jahr finden Kinder Stöcke, Blätter und Zweige, die als Spielmaterialien dienen. Diese breite Anregung, die die Natur von sich aus bietet, fordert und fördert Phantasie und Kreativität der Kinder.

Bauwagen auf dem Lerchenberg

Rutesheim – Die Zeit der Romantik ist vorbei, in der ein paar Enthusiasten einen alten Bauwagen in den Wald stellten, um in Eigenregie einen Kindergarten der besonderen Art für ihren Nachwuchs zu stemmen. Heute gelten extrem strenge Vorschriften für ein solches Vorhaben. Das musste auch die Stadt Rutesheim feststellen. Es war gar nicht so einfach eine guten Standort zu finden.

„Es war ein kompliziertes Unterfangen,“ sagt  Bürgermeisterin Susanne Dornes im Rückblick. Ein Waldkindergarten darf nicht mehr so einfach im Wald errichtet werden, der nächste Baum muss aus Sicherheitsgründen mindestens 30 Meter weit entfernt stehen. „Da hat sich aber eine gute  Kooperation mit der evangelisch-methodistischen Kirche ergeben,“ freut sich die Rathauschefin. Der Kirchengemeinde sei es immer schwerer gefallen, ihren großen Spielplatz  zu pflegen. „Für die Stadt hat es sich als idealer Standort erwiesen, denn der Wald ist trotzdem nahe und das Gelände gut erreichbar,“ so die Bürgermeisterin.

„Einige Kinder sind bereits für die neue Gruppe angemeldet,“ berichtet Evelyn Quast, die Geschäftsführerin des Trägers, der „co.natur gGmbH“, die früher als Verein „Naturkinder Flacht“ firmierte.  „Es dürfen aber gerne noch mehr Kinder sein, besonders direkt aus Rutesheim.“

Die GABL Rutesheim unterstützt seit Beginn den Waldkindergarten. Erste Anfragen im VA Verwaltungsausschuss durch Harald Brunner und Claudia  Berner brachten den Stein in Rollen.

Wir freuen uns sehr das die aktive Zeit nun beginnen kann.

Mitmachen beim Stadtradeln

Das Radfahren erfreut sich einer nie dagewesenen Beliebtheit. Die einen tun es um zum Arbeitsplatz zu gelangen und sich dabei noch etwas ausgleichende Bewegung  zu verschaffen. Andere planen einen Urlaub mit dem Fahrrad -erholsam oder sportlich. Und wieder andere tun es eigentlich schon immer. Gute Gründe fürs Radfahren gabs schon vor Corona. Aber die Pandemie hat kurioserweise an dieser Stelle manches zum Guten beeinflusst.  

Es ist ja nicht nur der Effekt, dass man auf dem Rad (wenn man nicht herunterfällt) etwas für seine Gesundheit tut. Auch eine nachhaltige ökologische Mobilitätswende kann nur mit viel Radverkehr erreicht werden. Dieses Wissen hat mittlerweile jeder im Hinterkopf, aber man muss zugeben, gerade der  Radverkehr ist immer noch Stiefkind der Verkehrsplanung. Wer die großen Vorbilder aus Holland, Dänemark oder auch einigen deutschen Städten wie Freiburg kennt, bekommt bei uns schnell den Eindruck Radwege gibt’s nur dort, wo es den Autoverkehr nicht stört. Ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Es hat sich schon einiges bewegt; daran hat die GABL natürlich ihren Anteil. Trotzdem bleibt bis zum alltagstauglichen Radnetz noch ein langer Weg. Ganz abgesehen von den gestiegenen Ansprüchen durch Elektrofahrräder, die noch viel leistungsfähigere Radwege erfordern.

Eigentlich tun die Verkehrsplaner nichts Unrechtes, denn sie planen für die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer – so wie sie das schon immer tun, auch wenn der eingeschlagene Weg in eine Sackgasse führt.  Wie an manchen anderen Stellen ( z.B. der Fleischbranche) ist der Verbraucher also mal wieder selbst schuld.

Nun, wenn das so ist, dann sollten wir als brave Verbraucher doch einfach mit den Füßen – oder besser mit den Pedalen- abstimmen. Je mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind, umso eindringlicher zeigt sich den Planern und Politikern der Wunsch nach einer sicheren und guten und alltagstauglichen Fahrradinfrastruktur. Noch besser wird es nur, wenn sie dann noch selbst aufs Rad steigen.

Eine wunderbare Möglichkeit dazu bietet die Aktion Stadtradeln.  Die Zahl der Teilnehmer wird veröffentlicht, genau wie die Zahl der geradelten Kilometer. Der wachsende Zuspruch zu der Aktion geht einher mit der eingangs beschriebenen Beliebtheit des Radfahrens.

Dafür machen wir als ökologisch orientierte Fraktion gerne Werbung. Stadtradeln motiviert Menschen zum Radfahren und es schafft dem Radverkehr die nötige Öffentlichkeit, um ernst genommen zu werden.

Gewinner sind am Ende alle: die Lebensqualität, die Gesundheit, die Umwelt und unsere Kinder, die ja mal bessere Radwege haben sollen als wir…

Hier geht es zum Link: https://www.stadtradeln.de/rutesheim. Noch kann man teilnehmen und man kann auch noch rückwirkend Fahrten eintragen.

Kurven 2020

Wie sich die Kurven ähneln.

Beide betreffen Themen, die uns aktuell bewegen. Corona und Klimaerwärmung. Exponentielle Kurven bergen diegroße Gefahr, dass ab einem gewissen Wert die Kontrolle verloren geht und kein Weg mehr zurück führt. Es steht außer Frage: beide Krisen sind weltweit und existenziell bedrohlich für jeden Menschen. Die Kurvenform entscheidet über Schicksale und Zukunft.

Die konsequente Bekämpfung der Pandemie, mit all den gravierenden Einschränkungen ist zweifellos der richtige Weg um Menschleben zu retten und um die Welt vor nachhaltigen Schäden zu bewahren.  Nach Parallelen zwischen den beiden Krisen braucht man nicht lange suchen. Aber die Intensität, mit der die Krisen bekämpft werden, geht weit auseinander. Das mag daran liegen, dass die Coronakrise derart schnell und unübersehbar über uns kam, dass keine Zeit blieb, um zu beschwichtigen und zu verharmlosen. Das tun nur ganz besondere Zeitgenossen, meist mit rechter Gesinnung und in manchen Ländern sogar in Regierungsverantwortung. Die armen Menschen, die sich auf solche Führung verlassen müssen – sie sind wahrhaft verlassen.

Die Klimakrise entwickelt sich dagegen viel langsamer, die Verursacher haben zur Zeit die Chance, dass sie die Auswirkungen weder erleben noch verantworten müssen. Das wird sich wohl in absehbarer Zeit ändern, dafür sorgt die Mathematik.

Es wäre schön – nein – es wäre klug, wenn man trotzdem in verantwortlicher Weise Vorsorge treffen würde. Was man aus Corona lernen kann ist doch das, dass es umso schlimmer und auch umso teurer wird, je länger man abwartet.

Da sind sie wieder, die Parallelen: die meisten Wissenschaftler sind sich einig. Die meisten Menschen sind einsichtig und verantwortungsbewusst. Trotzdem hört die Politik am stärksten auf kurzfristige  wirtschaftliche Interessen, obwohl gerade die Wirtschaft langfristige Perspektiven braucht.

Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Ende mit Schrecken.

Haushalt und „sichere Häfen“

Am 27.Januar wurde der Rutesheimer Haushalt 2020 verabschiedet. Die Stellungnahmen der Fraktionen haben Tradition. Sie beschäftigen sich mit dem laufenden Haushalt und sind eine Standortbestimmung der verschiedenen Richtungen. So auch in diesem Jahr, das insofern ein besonderes Jahr war, da auf ein neues Haushaltsrecht umgestellt wurde. Wir meinen, mit der Doppik, so der Name des neuen Haushaltsrechts, gibt es einige Vorteile. Das könnt ihr gerne hier nachlesen. Auch unsere Meinung zu aktuellen Themen. Die Stellungnahmen der anderen vier Fraktionen findet ihr in den Stadtnachrichten oder auf dem Archiv der Webseite der Stadt. Lesenswert ist der Gedanke der CDU mittels Sprüche 24,4 einen direkten Bezug zwischen unserem Haushalt und der Bibel herzustellen. Eine gewagte Verneigung vor dem „C“ im Parteinamen. Aber in der Tat: Weisheit und Einsicht (wie in Sprüche 24 gepriesen) werden sichtbar: Die Reden beinhalten erfreulich viel Umwelt- und Klimaschutz. Das Thema ist angekommen. Ein Grund sicher der, dass es ein gesellschaftliches Mainstream Thema geworden ist. Der andere ist der, dass wir das Thema im Rat gut und glaubhaft mit Engagement und Fachkenntnissen vertreten. Diese Kombination macht Mut: uns als Fraktion zum Weitermachen und den Lesern zum Mitgestalten.

Im Vorfeld haben wir einen Antrag gestellt, mit dem Inhalt, dass Rutesheim dem Bündnis „Sichere Häfen“ beitreten sollte. Also Unterkünfte und Hilfe für aus Seenot gerettete Menschen vorzuhalten. Den Antrag könnt ihr hier nachlesen. Er wurde in nicht-öffentlicher Sitzung im zuständigen Verwaltungsausschuss mit Stimmengleichheit abgelehnt. Wir hätten auf eine nochmalige Abstimmung im Gesamtgemeinderat gedrängt. Aber da die Verwaltung eine ablehnende Haltung vertritt, wäre es ein hoffnungsloses Unterfangen geworden. Wir denken, mit der sehr gespaltenen Meinung im Rat könnten wir an anderer Stelle gemeinsam etwas Gutes erreichen. Warum keine Projektpartnerschaft oder Städtepartnerschaft mit einem der Herkunftsländer der Migrant*innen? Wir werden sehen.

Im SPIEGEL 6/2020 erschien dazu ein interessanter Artikel. Er beschreibt sehr gut das parteiübergreifende Dilemma.

Grüne Kreuze für die Bienen

Feldkreuz amHeimerdinger Kreisverkehr, Okt. 2019

Bauer Willi‘s“ Aktion mit den grünen Kreuzen auf Feldern ist endliich auch bei uns angekommen. Der letzte Auslöser war wohl das drohende Bienen-Volksbegehren, das den Landwirten Sorge bereitet, denn damit soll der Chemieeinsatz auf ihren Feldern eingeschränkt werden.  

Die Kreuze stehen also nicht etwa für die vielen Kleintiere und Insekten, die in den vergangenen Jahrzehnten still verschwunden sind. Nein. Es geht viel um Besitzstandswahrung und Existenzängste, aber auch darum, dass sich Landwirte nicht gerne von verwöhnten, ahnungslosen Großstädtern Vorschriften machen lassen.

Kann man irgendwie verstehen, aber eine Blockadehaltung hilft auch nicht weiter. Wasser, Böden, Tiere und auch die Menschen, die dort leben, essen und arbeiten sind bedroht. Glyphosat ist sehr umstritten. Also muss man eine Lösung finden, die langfristig trägt.

Die Leute vom Volksbegehren stehen in Verhandlungen mit der Landesregierung und haben solange die Werbung für die Aktion völlig gestoppt. Den Landwirten hätte es darum gut zu Gesicht gestanden auch ihre grünen Kreuze wieder einzusammeln. Es wäre ein guter Beitrag zum sozialen Frieden und zu konstruktiven Gesprächen gewesen.

Das geschieht offenbar nicht. Schade. Aber glücklicherweise hatte ein Zeitgenosse Mitleid und am Heimerdinger Kreisel mit einer Verschönerungsaktion den Kreuzen ein freundlicheres Aussehen und nebenbei eine ganz neue Bedeutung verschafft. Sehr gelungen. Vielleicht sogar nachahmenswert. Frage ist nur: wo bekommt man die netten Schmetterlinge und Bienen her?

gleiches Feldkreuz am 3.11.2019

Einkaufen mit dem Fahrrad – Jetzt noch besser

Wir wissen noch nicht, ob unsere Aktion daran Anteil hatte. Auf jeden Fall hat Edeka kräftig nachgelegt. Der Umbau ist noch nicht ganz fertig, aber man erkennt bereits eine Überdachung für die Fahrräder. Die vorgeschlagene Absenkung des Zuganges von der Dieselstraße her ist auch realisiert. Somit ist Edeka auf dem besten Weg, Aldi den ersten Rang abzulaufen. Wir sind freudig gespannt wie es am Ende aussieht.

Und wie es angenommen wird…